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Dissonanzweinen



Für einen sicheren Bindungsaufbau und eine gute Entwicklung braucht ein Baby ein sicheres, entspanntes und harmonisches Umfeld. Mit ihrem Weinen können Babys somit auch ausdrücken, dass sie bei ihren Eltern eine Anspannung wahrnehmen und sich somit nicht mehr sicher und geborgen fühlen. Die Bindung zu den Eltern wird unterbrochen und dies drückt das Baby über das Weinen aus. Sie können sich nicht entspannen, was zu innerem Stress im Körper führt. Neben dem Bedürfnis- und dem Erinnerungsweinen ist dieses ein sehr häufiges Weinen.





Neugeborene gehören zu den unterentwickeltsten Säugetieren, wenn sie geboren werden. Unser Körper könnte niemals ein 9 Kg schweres, krabbelndes Kind zur Welt bringen. Die ersten 9 Lebensmonate spricht man vom erweiterten Mutterleib, welcher das direkte Umfeld von Mama und Papa repräsentiert. Dieser erweiterte Mutterleib ist von sensitiven Antennen deines Kindes durchzogen. Das bedeutet, dein Baby ist sehr empfänglich für deine Innenwelt, deine Emotionen und Gefühle. Die Gehirnwellen deines Kindes passen sich an die Gehirnwellen von dir an, denn darüber erfährt sein Körper ein direktes Feedback aus der Umwelt. Eine gestresste Mama hat hochfrequente Betawellen, die dem Säuglingsgehirn eine Gefahr suggerieren. Automatisch synchronisieren sich seine Gehirnwellen mit denen seiner Mama. Das ist evolutionär sehr wichtig.



Dein Baby fühlt deine Wut, deine Ängste und deine Sorgen. Du kannst keine Gefühle vor ihm verbergen. Es fühlt deine Geschichte.

Ich möchte deutlich betonen, dass es hierbei nicht um Schuld oder etwas falsch machen geht, sondern darüber die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Wenn das Baby viel weint, weil es im Beziehungsfeld eine große Anspannung wahrnimmt, durch z.B. Konflikte in der Partnerschaft oder gestresste Eltern, dann ist es eine Einladung an uns, etwas daran zum Besseren verändern zu dürfen. Das kann zum Beispiel eine Aussprache sein, oder aber auch das die Mutter sich Zeit für sich nehmen darf, um ihre Akkus aufzuladen.

Das möchte ein Baby damit sagen: Kümmere dich gut um dich. Geht es dir gut, geht es auch mir gut. Frag dich ruhig öfters was du brauchst oder was dir fehlt und kümmere dich um deine Bedürfnisse.


Manchmal kann es sein, das wir belastenden Lebenssituationen ausgesetzt sind, die wir nicht sofort ändern können. Das kann zu vielfältigen Gefühlen wie Wut, Trauer oder Ohnmacht bei uns führen. Aber auch ungelöste Konflikte aus der Kindheit oder früheren Partnerschaften beeinflussen uns. Unsere Gedanken kreisen ununterbrochen um unsere Probleme und Sorgen. Viele von uns unterdrücken dabei hochkommende Gefühle. Wir lenken uns ab, wir kaufen uns etwas oder gehen zum Kühlschrank. Hauptsache wir lassen sie nicht zu. Häufig denken wir, wir müssten unsere Gefühle unserem Kind zur Liebe unterdrücken, doch sie sind so sensibel, dass sie trotzdem damit in Resonanz gehen. Wenn wir in unseren Konflikten und permanenten Sorgen festhängen, unsere Gefühle nicht zulassen und sie unterdrücken, dann sind wir so gut wie gar nicht präsent. Wir sind mit den Gedanken überall, nur nicht bei uns. Dadurch wird unser sympathisches Nervensystem aktiviert und wir werden gestresst und gereizt und leben im Überlebensmodus. So entsteht ein Bindungsabbruch zum Kind. Wir sind nicht mehr mit ihm verbunden und das Baby drückt diesen Zustand durch sein Weinen aus. Es fühlt sich nicht wohl und kann sich nicht entspannen.


Das Kind fühlt, dass Mama/Papa nur körperlich anwesend, aber in Gedanken ganz woanders ist und ganz weit weg von ihm.



Einer der häufigsten Gründe beim Dissonanzweinen, den ich in meiner Praxisarbeit mit Eltern sehe, ist unterdrückte Wut bei den Eltern. Es ist völlig egal, ob es Mama oder Papa ist. Das Baby fühlt diese Emotion stark und deutlich. Wenn das gelöst ist, also die Eltern Verantwortung für ihr Gefühl übernehmen und es sich anschauen und bewusst wahrnehmen, findet ein großer Entspannungspunkt im Feld statt und das Baby kann sich entspannen. Das Baby drückt diese Wut in seinem Weinen lautstark aus. In anderen Fällen hat die Mama häufig unverarbeitete Geburtserlebnisse verdrängt, die in ihrem Feld für Anspannung sorgen. Wenn wir dann ihre Geschichte aufgreifen und sie Gehör findet, entsteht auch hier eine deutliche Entspannung. Babys sind großartige Lehrer. Sie machen uns jederzeit darauf aufmerksam, wenn wir mal wieder uns selbst vergessen haben. Darum geht es. Um Selbstfürsorge und das Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen, das Zulassen der eigenen Gefühlswelt. Wir wollen alle eine gute Bindung zu unseren Kindern. Den besten Bindungsaufbau erreichen wir, wenn wir unseren Stress entsorgen und wieder in Verbindung mit uns selbst kommen.


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